Amazon vs. eBay: Die wichtigsten Unterschiede
Beide Plattformen sind Marktplätze für Online-Verkäufer — aber sie funktionieren grundlegend anders. Für Arbitrage und Reselling ist diese Unterscheidung entscheidend.
Reichweite und Kundenverhalten
Amazon
- ●Monatliche Besucher (DE): ~500 Millionen weltweit, ca. 50 Millionen in Deutschland
- ●Kundenverhalten: Kunden kommen mit Kaufabsicht. Sie suchen ein spezifisches Produkt und kaufen es. Preisvergleich zwischen Sellern ist Standard.
- ●Prime-Effekt: Über 200 Millionen Prime-Mitglieder weltweit erwarten schnelle, kostenlose Lieferung.
eBay
- ●Monatliche Besucher (DE): ~20 Millionen aktive Käufer in Deutschland
- ●Kundenverhalten: Mix aus gezielter Suche und Stöbern. Auktionen spielen noch eine Rolle, aber Sofort-Kaufen dominiert.
- ●Keine Prime-Äquivalent: Kein einheitliches Fulfillment-Programm mit Schnellversand.
Vorteil Amazon: Deutlich mehr Käufer und höhere Kaufabsicht.
Gebührenstruktur
Amazon
| Gebühr | Höhe |
|---|---|
| Verkaufsgebühr (Referral Fee) | 8-15 % (kategoriebhängig) |
| FBA-Versandgebühr | 3-7 € pro Einheit |
| Monatliche Kontogebühr | 39 € |
| Lagergebühren | 30-42 € / m³ / Monat |
eBay
| Gebühr | Höhe |
|---|---|
| Verkaufsprovision | 11-13 % (kategorieabhängig) |
| Versandkosten | Selbst tragen oder in Preis einrechnen |
| Monatliche Gebühr (Shop) | 0-80 € (je nach Shop-Stufe) |
| Zahlungsabwicklung | In Verkaufsprovision enthalten |
Auf den ersten Blick wirken eBay-Gebühren niedriger. Aber bei Amazon übernimmt FBA den gesamten Versand, Kundenservice und Retouren — das spart enorm Zeit und ermöglicht Skalierung.
Fulfillment
Amazon FBA
- ●Amazon lagert, verpackt und versendet deine Ware
- ●Kundenservice und Retouren werden von Amazon abgewickelt
- ●Prime-Badge und schnelle Lieferung
- ●Du konzentrierst dich auf Sourcing und Strategie
eBay
- ●Du verpackst und versendest selbst (oder nutzt einen Fulfillment-Dienstleister)
- ●Kundenservice liegt bei dir
- ●Kein standardisiertes Schnellversand-Programm
- ●Mehr Kontrolle, aber mehr Aufwand
Für Arbitrage Seller: FBA ist ein enormer Vorteil. Du kannst hunderte Produkte verkaufen, ohne jede Bestellung einzeln zu verpacken.
Listing und Wettbewerb
Amazon: Ein Listing, viele Seller
Auf Amazon teilen sich alle Seller ein Listing pro Produkt (ASIN). Du bietest auf einem bestehenden Listing mit und kämpfst um die Buy Box. Das bedeutet:
- ●Kein eigenes Branding auf Produktebene
- ●Preis und Fulfillment entscheiden über Verkäufe
- ●Einfacher Einstieg (kein Listing erstellen bei bestehenden Produkten)
eBay: Ein Seller, ein Listing
Auf eBay erstellt jeder Seller sein eigenes Listing. Das bedeutet:
- ●Mehr Gestaltungsfreiheit (Bilder, Beschreibungen, Titel)
- ●Eigenes Branding möglich
- ●Mehr Aufwand pro Produkt
- ●SEO-Optimierung der Listings nötig
Retouren
Amazon
- ●Kunden können fast alles innerhalb von 30 Tagen zurückgeben
- ●Hohe Retourenquote (teilweise 10-20 % in manchen Kategorien)
- ●FBA wickelt Retouren automatisch ab
- ●Retournierte Ware kann oft nicht mehr als „Neu" verkauft werden
eBay
- ●Retourenrichtlinie wird vom Verkäufer festgelegt
- ●Generell niedrigere Retourenquote
- ●Retouren müssen selbst abgewickelt werden
Für welchen Seller eignet sich welche Plattform?
Amazon ist besser für:
- ●Arbitrage Seller: FBA ermöglicht Skalierung ohne eigene Logistik
- ●Neuware-Verkäufer: Hohe Nachfrage nach Neuprodukten
- ●Seller, die skalieren wollen: FBA nimmt die operative Last
- ●Markenprodukte: Bestehende Listings nutzen
eBay ist besser für:
- ●Gebrauchte Ware: Stärker akzeptiert als auf Amazon
- ●Einzelstücke und Sammlerstücke: Auktionen und individuelle Listings
- ●Nischenprodukte: Weniger Wettbewerb in Spezialkategorien
- ●Seller ohne Startkapital: Kein FBA-Vorlauf nötig
Beide Plattformen nutzen?
Viele erfolgreiche Reseller verkaufen auf beiden Plattformen:
- ●Amazon für hochdrehende Standardprodukte mit FBA
- ●eBay für Einzelstücke, Gebrauchtes und Produkte ohne Amazon-Listing
Fazit
Für Amazon Arbitrage ist Amazon die klar überlegene Plattform. FBA, Prime und die riesige Kundenbasis machen den Unterschied. eBay ist eine sinnvolle Ergänzung für bestimmte Produkttypen, aber nicht der Hauptkanal für ein skalierbares Arbitrage Business. Mit SellerTool fokussierst du dich auf Amazon — vom Einkauf bis zur Gewinnanalyse.