Das Wichtigste vorweg
Amazon Arbitrage heißt: günstig einkaufen, teurer auf Amazon verkaufen, FBA übernimmt den Versand. Klingt einfach — ist es im Kern auch. Die Kunst liegt im Detail: die richtigen Produkte finden, Gebühren korrekt kalkulieren und den Überblick behalten.
Dieser Guide ist für Leute, die gerade starten oder es ernsthaft vorhaben. Kein Gelaber, sondern konkrete Schritte.
Was du brauchst, bevor es losgeht
- ●Gewerbe anmelden (20-60 €, dauert ein paar Tage, Tätigkeit: "Online-Handel")
- ●Amazon Seller Account als professioneller Verkäufer (39 €/Monat netto)
- ●Startkapital: 500-2.000 € reichen für den Anfang
- ●USt-ID vom Finanzamt für B2B-Einkäufe
Das war's. Kein Büro, kein Lager, kein Team nötig.
Schritt 1: Produkte finden, die sich lohnen
Das Sourcing ist die Kernarbeit. Du suchst Produkte, die du günstiger bekommst als sie auf Amazon verkauft werden.
Online Arbitrage (OA) ist der gängigste Weg: Du kaufst bei Online-Shops, Amazon Business oder B2B-Großhändlern ein. Bevor du kaufst, rechnest du durch, ob sich das Produkt nach allen Gebühren lohnt.
Worauf du achten musst:
- ●ROI mindestens 30 % — darunter lohnt der Aufwand kaum
- ●Sales Rank unter 50.000 in der Hauptkategorie — sonst dauert der Abverkauf zu lang
- ●Weniger als 5 FBA-Seller auf dem Listing — zu viel Konkurrenz drückt den Preis
- ●Restriktionen prüfen — manche Produkte darfst du nicht listen (das prüfst du VOR dem Kauf)
Schritt 2: Einkaufen und dokumentieren
Jeder Einkauf muss sauber dokumentiert sein — für die Buchhaltung und damit du weißt, was du pro Produkt verdienst. Wer das in Excel macht, verliert ab 50 Produkten den Überblick.
In SellerTool gibt es drei Wege:
1. Amazon Business Import — du bestellst auf Amazon Business, SellerTool erkennt den Einkauf automatisch
2. Google Sheets — Bulk-Import aus Sourcing-Listen
3. Manuell — einzelne Produkte direkt eintragen
Der Amazon Business Import spart am meisten Zeit: Produkt bestellen, ein paar Minuten warten, fertig — ASIN, Menge und Preis sind drin.
Schritt 3: Prep Center und Versand an Amazon
Deine Ware muss etikettiert und verpackt werden, bevor Amazon sie annimmt. Die meisten Seller nutzen dafür ein Prep Center (z.B. PrepBusiness), das kostet 0,30-1,00 € pro Einheit.
Aus SellerTool heraus kündigst du die Sendung direkt beim Prep Center an — Produktdaten werden automatisch übermittelt, du verfolgst den Status im Dashboard.
Schritt 4: Listing erstellen
Bei bestehenden Amazon-Produkten erstellst du ein Angebot auf dem vorhandenen ASIN. SellerTool erstellt das Listing automatisch aus deinen Einkaufsdaten: ASIN, Preis, Menge — alles wird übernommen. Du musst nicht mal Seller Central öffnen.
Schritt 5: Verkaufen und auswerten
Sobald die Ware bei FBA liegt, verkauft Amazon für dich. Jetzt geht's ums Auswerten:
- ●Welche Produkte bringen tatsächlich Gewinn nach allen Gebühren?
- ●Hältst du die Buy Box oder hat ein Konkurrent dich unterboten?
- ●Wie schnell verkauft sich die Ware?
Ohne Tracking tappst du im Dunkeln. Viele Seller denken, sie machen Gewinn — und merken erst bei der Steuererklärung, dass die Margen dünner waren als gedacht.
Die 4 teuersten Anfänger-Fehler
1. Restriktion nicht geprüft: Ware gekauft, aber Amazon erlaubt dir nicht, sie zu listen. Geld verloren.
2. Marge falsch kalkuliert: FBA-Gebühren, Prep, Versand und Retouren vergessen. Aus 30 % ROI werden plötzlich 5 %.
3. Zu viel auf einmal: Fang mit 10-20 Produkten an, lern den Prozess, dann skaliere.
4. Kein System: Wer Einkäufe nicht trackt, verliert den Überblick. Das rächt sich spätestens bei der Buchhaltung.
Zusammengefasst
Arbitrage ist kein Geheimnis und kein schnelles Geld. Es ist ein echtes Geschäft, das funktioniert, wenn du systematisch vorgehst. Der Workflow ist immer gleich: finden → kaufen → preppen → listen → verkaufen → auswerten. Je mehr davon du automatisierst, desto schneller skalierst du.